Steuerfreiheit für "dienstliche" CO2-Sünder auf der Kippe 

Zur Senkung des Benzinverbrauchs in Deutschland

verlangt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auch Änderungen im

Unternehmenssteuerrecht. "Wir wollen die Absetzbarkeit von

Kraftstoffkosten oberhalb der künftigen CO2-Grenzwerte der EU

reduzieren", sagte Gabriel in einem Interview mit dem Greenpeace

Magazin.



Dass die Kosten für Dienstwagen steuerlich geltend gemacht werden dürfen, wird gerade von Umweltschützern kritisiert. Greenpeace sieht darin einen Grund für die starke Motorisierung von gewerblich genutzten Fahrzeugen von

Unternehmen oder Freiberuflern. Inzwischen sind mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen in der Bundesrepublik Dienstwagen, im Luxussegment (z.B. Audi A8 oder 7er BMW) liegt der Anteil von Privatkunden bei weniger als 20

Prozent.



"Mir ist völlig egal, welches Unternehmen und welcher Freiberufler

sich welches Auto leistet", sagte Gabriel. "Ich bin kein

grundsätzlicher Gegner von Porsche Cayenne oder Mercedes S-Klasse.

Ich bin allerdings dagegen, dass die so viel Kraftstoff verbrauchen

und C02 ausstoßen und dass wir das steuerlich fördern. Den

C02-Ausstoß kann man heute auch bei großen Fahrzeugen senken, mit

Hybrid-Motoren zum Beispiel." Vor konkreten Maßnahmen müsse man aber

die Gesetzgebung der EU zu künftigen Grenzwerten für den C02-Ausstoß

von Neuwagen abwarten.