Steuerrazzia: 27,8 Mio. Euro und 72 Selbstanzeigen 

Die steuerliche Großwildjagd, die mit der Razzia im Haus des ehemaligen Postchefs Klaus Zumwinkel eröffnet wurde, zeigt erste Ergebnisse. Wie die Staatsanwaltschaft Bochum heute mitteilte, gab es Durchsuchungen bei rund 150 Beschuldigten. 91 von ihnen hätten sich geständig gezeigt und Abschlagszahlungen auf die Steuerschuld von insgesamt 27,8 Millionen Euro geleistet. 72 Personen hätten sich zudem bei verschiedenen Finanzämtern selbst angezeigt. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, inwieweit diese Selbstanzeigen noch rechtzeitig waren, so dass ihnen eine strafbefreiende Wirkung zukommen könnte. Die bislang überprüften Stiftungen verfügen laut StA Bochum über ein Kapital von weit mehr als 200 Mio. Euro.



Die Durchsuchungen verteilten sich im Wesentlichen auf die Großräume München (34 Fälle), Frankfurt (17 Fälle), Stuttgart (24 Fälle), Hamburg (30 Fälle) und in Nordrhein-Westfalen (15 Fälle). Soweit auch Banken durchsucht wurden, ging es laut Staatsanwaltschaft Bochum darum, dass entweder einzelne Beschuldigte dort Konten oder Schließfächer unterhielten oder einzelne Bankmitarbeiter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt wurden. Konkret ging es um drei inländische Banken, in denen aber nur wenige Mitarbeiter verdächtigt wurden.

An den verschiedenen Aktionen waren insgesamt 8 Staatsanwälte und 139 Steuerfahnder des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligt. Unterstützt wurden diese durch Beamte der Steuerfahndung München, Landshut, Rosenheim, Reutlingen, Berlin, Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Elmshorn sowie 20 Beamte des Wirtschaftskommissariats der Kriminalpolizei

Essen.