Deutsche Steuerzahler führten 2008 im Schnitt 52 Prozent ihres Einkommens für Steuern und Abgaben ab. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbbeit (OECD). Damit lag Deutschland unter den 30 Mitgliedsstaaten der OECD an dritter Stelle hinter Belgien und Ungarn. Gegenüber 2007 sank zwar die Belastung leicht. Diese Entlastung ging jedoch laut der Studie unter anderem auf das Konto von gesunkenene Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung.
Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf die Studie berichtet, stellt die OECD-Studie fest, dass in Deutschland die Abgabenbelastung für hohe Einkommen wieder sinkt. Dies steht im Widerspruch zum Modell der progressiven Steuersätze, die mit dem Einkommen ansteigen sollten. Den Grund dafür sieht die OECD darin, dass Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosen- und Rentenversicherung nicht mehr zur Finanzierung dieser Versicherungen herangezogen werden.
Die Beitragsbemessungsgrenze für diese Sozialversicherungen liegt bei einem monatlichen Einkommen von 5400 Euro (West) beziehungsweise 4600 Euro (Ost). Nur Spanien und Österreich wiesen einen ähnlichen Verlauf der Steuer- und Abgabenlast auf wie Deutschland, berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf die Studie. Die OECD fordere die Bundesregierung seit Jahren auf, Gering- und Durchschnittsverdiener zu entlasten. Die OECD hat als Durchschnittslohn für die Studie ein Einkommen von 43.942 Euro angenommen.