Komplexe und zeitintensive Steuersysteme sind nicht nur in Deutschland ein Problem. Weltweit entfällt nur gut ein Drittel der von Unternehmen gezahlten Steuern und Abgaben auf Gewinnsteuern, wie aus der Gemeinschaftsstudie "Paying Taxes - The Global Picture" der Weltbank und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers(PwC) hervorgeht. Den überwiegenden Teil der Steuerlast machen Abgaben wie beispielsweise Umsatzsteuern, Sozial- und Umweltabgaben oder Grundstückssteuern aus. Hinzu kommen erhebliche administrative Kosten für die Erstellung der Steuererklärung, die Begleichung der Steuerschuld und auch die Einziehung von Steuern, die letztlich gar nicht vom Unternehmen zu zahlen sind, wie beispielsweise die Mehrwertsteuer.
Auf den vorderen Plätzen im internationalen Steuertarifranking landen kaum überraschend als Steueroasen bekannte Länder wie die Malediven oder die ölreichen Länder des mittleren Ostens. Bemerkenswert ist allerdings die gute Platzierung von Industriestaaten wie Irland oder der Schweiz unter den weltweiten "Top-Ten".
Die effektive Steuer- und Abgabenbelastung eines Unternehmens in Deutschland beläuft sich zurzeit auf 57,1 Prozent des Bruttogewinns. "Insgesamt schneidet Deutschland im Vergleich mit anderen Industrienationen schlecht ab. Umso wichtiger ist die schnelle Umsetzung der kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Unternehmensteuerreform", mahnt PwC Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dieter Endres. Ähnlich hoch wie in Deutschland ist das Steuerniveau derzeit in Schweden (57,0 Prozent)
und Japan (52,8 Prozent), während die USA (46 Prozent), das Vereinigte Königreich (35,4 Prozent) und Dänemark (31,5 Prozent) ihre Unternehmen niedriger besteuern.
"Insgesamt zeigt die Studie für viele Länder einen dringenden Handlungsbedarf bei der Steuervereinfachung auf. Transparente Systeme, weniger Bürokratie und niedrigere Steuersätze können mehr Einnahmen für den Staat und weniger Ausgaben für die Unternehmen bringen. Regierungen und Unternehmen sollten gemeinsam Konzepte
erarbeiten, um den beiderseitigen Vorteil zu realisieren", betont Prof. Dr. Dieter Endres.