Verbraucherzentralen erwarten Preiserhöhungen 

Die Verbraucherschützer befürchten überdurchschnittliche Preisanstiege und massive Mitnahmeeffekte des Handels aufgrund der geplanten Mehrwertsteuererhöhung. Der Berliner Zeitung sagte die Vorstandschefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Edda Müller: "Es ist damit zu rechnen, dass es schon sehr bald zu vorgezogenen Preisaufschlägen kommt."

Die Verbraucherschützer verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Management-Beratung Sempora. Demnach planen viele Branchen die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 auf dieses Jahr vorziehen, um von den zu erwartenden Hamsterkäufen zu profitieren. Besonders im letzten Quartal 2006 sei mit Aufschlägen zu rechnen. Außerdem will fast ein Drittel der Entscheider aus Industrie und Handel die Erhöhung nutzen, um die Preise über die geplanten drei Prozentpunkte hinaus anzuheben.

Auch die Preiserhöhungen für Getränke-Einwegverpackungen seit der Umstellung des Dosenpfands Anfang Mai seien vermutlich schon ein Vorbote der Mehrwertsteuererhöhung, meint Müller. Auch bei den Energiepreisen befürchtet die Verbraucherschützerin neue Preissteigerungen. Bei vielen Produkten würden die Aufschläge dabei deutlich über die eigentliche Mehrwertsteuererhöhung hinaus gehen.

Die Verbraucherzentralen wollen die Preisentwicklung in den nächsten Monaten kritisch beobachten. Den Kunden rät Müller, durch ihr Kaufverhalten Druck auf Handel und Industrie auszuüben. Wegen der zu befürchtenden Preiserhöhungen riefen die Verbraucherzentralen die Bundesregierung erneut auf, auf die Mehrwertsteuererhöhung zu verzichten. Diese werde zu einer weiteren Schwächung der Binnennachfrage führen, so Müller.