Der Staat sollte regelmäßig in einer Steuererklärung seinen Bürgern Rechenschaft darüber ablegen, wie er die Steuergelder verwendet. Das fordert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger im Magazin "stern". Diese "Bürgerabrechnung" müsse jährlich in leicht verständlicher Aufmachung vorgelegt werden. Bofinger bezeichnet die staatliche Steuererklärung als Voraussetzung dafür, dass sich die Bürger mit dem Staat identifizieren.
Durch die Steuererklärung werde deutlich, "dass Steuern und Abgaben nicht im Rachen eines gefräßigen Monsters landen, sondern für alte und kranke Menschen eingesetzt werden, für unsere Kinder und allgemein für die Zukunft des Landes", schreibt Bofinger in einem Gastbeitrag für die heute erscheinende neue Ausgabe des "stern". Er fordert die Bundesregierung auf, die Abgabenlast für untere und mittlere Einkommen zu senken. Eine Senkung der Einkommensteuer lehnt er jedoch ab.
Bofinger lehrt Volkswirtschaft an der Universität Würzburg und gehört dem Sachverständigenrat der Bundesregierung an, den sogenannten fünf Wirtschaftsweisen.