Ab 2009 müssen alle Mitglieder der Gesetzlichen Krankenkassen 15,5 Prozent Krankenkassenbeitrag zahlen. Wie Welt Online berichtet, werde damit nach Angaben des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für mehr als 90 Prozent ihrer Versicherten die Krankenkasse teurer.
Das sind rund 46 Millionen Menschen, die zusammen mit ihren Arbeitgebern eine höhere finanzielle Belastung für den Gesundheitsfonds tragen müssen. Etwa 200.000 Krankenkassenmitglieder zahlen genauso viel wie bisher, während für etwa 3,75 Millionen Menschen der monatliche Beitrag sinke.
Um 0,6 Prozentpunkte steige damit der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag – von bislang etwa 14,9 Prozent inklusive der 0,9 Prozent Sonderbeitrag.
Noch viel deutlicher ist die Erhöhung für Menschen, die in besonders preisgünstigen Kassen versichert sind, zum Beispiel bei der IKK Sachsen mit bislang 12,7 Prozent Komplettbeitrag. Sie zahlen bei einem Bruttoeinkommen von 2500 Euro monatlich zusammen mit dem Arbeitgeber nun 70 Euro mehr. Bei Gutverdienern mit einem Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze von 3562,50 Euro kann die Differenz bis zu 100 Euro im Monat ausmachen.
Bei der City-BKK, die bislang inklusive 0,9 Prozent Sonderbeitrag 17,4 Prozent verlangte, ist die Wirkung aber genau umgekehrt. Wer 2500 Einkommen im Monat hat, zahlt dort nun 47,50 Euro weniger.
Krankenkassen, die gut wirtschaften, können nach dem Willen des Gesetzgebers ihren Mitgliedern Prämien auszahlen.
Der monatliche Beitrag wird nach Angaben von „Welt Online“ noch durch andere Kriterien bedingt: Jede Krankenkasse erhalte einen bestimmten Betrag für jeden Versicherten, der nach Alter und Geschlecht gestaffelt ist. So gebe es beispielsweise für eine 24-Jährige Frau mehr Geld als für einen gleichaltrigen Mann, da ihr möglicherweise noch eine teure Geburt bevorsteht. Ein 58-Jähriger Mann erhält eine höhere Zuweisung als ein 40-Jähriger, weil dessen Krankheitsrisiko als höher eingeschätzt wird.
Weitere Zuschläge sind für Versicherte vorgesehen, die eine von 80 eigens definierten, schweren oder langwierigen Krankheiten haben. Über diesen so genannten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich 8 Morbi (RSA) werden Milliarden Euro umverteilt, da einige Krankenkassen mehr kranke als gesunde Versicherte haben, durch die sie nicht benachteiligt werden sollen.
Deshalb habe manche bisher günstige Krankenkasse nicht nur per Gesetz ab 2009 einen höheren Beitragssatz, sondern trotzdem nicht mehr Geld zur Verfügung. Die Techniker Krankenkasse (TK) gelte zum Beispiel als eine Kasse mit besonders gesunden Versicherten. Ihre Mitglieder zahlen nun 15,5 statt bislang 14,7 Prozent inklusive Sonderbeitrag. Die TK hat aber vom Morbi RSA wenig. Tendenziell fließt also eher Geld von dort ab zu Kassen wie den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), die viele alte und kranke Menschen versichern.