Mehrere große Versicherer, darunter die Allianz, haben Nordkorea Millionenbeträge für angebliche Großschäden überwiesen. Das Geld habe Machthaber Kim Jong-Il vor allem für persönlichen Luxus verwendet, berichtet die "Washington Post", auf die sich das "Handelsblatt" beruft.
Details über die Zahlungen der Versicherungsunternehmen an Nordkorea wurden im vergangenen Jahr bekannt. Die Allianz und ihr britischer Konkurrent Lloyd's of London wollten zu dem Zeitpunkt die Schadensforderungen Nordkoreas in Höhe von 60 Millionen Euro anfechten, weil sie Versicherungsbetrug vermuteten, schreibt das "Handelsblatt".
Versicherer zahlten Millionen an Nordkorea
Nordkorea hatte angegeben, dass ein Hubschrauber in ein Lagergebäude abgestürzt sei. Da sich diese Version jedoch genauso wenig widerlegen wie beweisen ließ, zahlten die Versicherer am Ende knapp 60 Millionen Euro an Nordkorea, heißt es im Artikel. Die Darstellung der Washington Post gilt unter Nordkoreaexperten in Tokio nach Angaben der Zeitung als realistisch und wahrscheinlich.
Die US-Zeitung berufe sich auf einen hochrangigen Überläufer, der jetzt in Seoul lebt, schreibt die Zeitung. Der zuletzt zitierte Fall liege allerdings bereits vier Jahre zurück und falle damit in die Zeit vor wirtschaftlichen Sanktionen nach dem ersten Atomtest in Nordkorea, schreibt das "Handelsblatt".
Finanzströme nach Nordkorea unter strengerer Kontrolle
Seit dem Zeitpunkt des ersten Atomtests Nordkoreas im Oktober 2006 befinden sich die Finanzströme unter strengerer Kontrolle, berichtet das "Handelsblatt". Mit einer neuen Uno-Resolution in diesem Monat werde es für Nordkoreas Staatoberhaupt Kim noch schwerer, Geld heranzuschaffen, schreibt die Zeitung. Gegenwärtig ziehe er in großem Stil Privat- und Firmenvermögen von Auslandskonten ab, beispielsweise aus der südchinesischen Finanzenklave Macao, wie "Spiegel Online" kürzlich berichtete.
US-Finanzministerium warnt Versicherer
Das US-Finanzministerium warnte zudem Banken und Versicherer weltweit vor Mittelsmännern, die im Auftrag Nordkoreas Geld verschieben könnten, heißt es im Artikel "Alle Finanzinstitutionen sollten wachsam sein gegenüber Versuchen nordkoreanischer Kunden, die große Summen in bestehende oder neu eröffnete Konten einzahlen wollen", teilte das Ministerium in Washington mit.
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