Sollte sie tatsächlich ihre Schulden bis 2008 vollständig abbauen müssen, hat die AOK Berlin mit Beiträgen bis 18 Prozent des Bruttolohns gedroht. Einem Bericht des Magazins stern zufolge erklärte der Vorstandschef Rolf Dieter Müller im Gesundheitsausschuss: "Wenn der Abbau des Betriebsmitteldefizits bis zum 31. August 2008 vorgenommen werden müsste, müssten 2,85 Beitragspunkte erhoben werden."
Bis Ende 2008 müssen die Krankenkassen ihre Schulden abgebaut haben, so wurde es vorige Woche vom Bundestag beschlossen. Die Regelung ist nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums Voraussetzung für die Einführung des für 2009 geplanten Gesundheitsfonds. Die Pressestelle der AOK Berlin erklärte dem Magazin auf Anfrage, dass "konkrete Aussagen zur tatsächlichen Beitragserhöhung derzeit nicht möglich" seien.
Von der Erhöhung wären 750 000 Versicherte betroffen - die AOK Berlin ist die größte Krankenkasse der Hauptstadt und gehört mit einem Gesamtbetrag von 15,5 Prozent schon jetzt zu den teuersten Kassen. Deshalb wird möglicherweise eine Umlage auf alle AOK-Versicherten durchgeführt: Statt in Berlin auf Rekordhöhe würden die Beiträge bundesweit um ca. zwei Prozent steigen. Andernfalls würde der AOK Berlin die Mitglieder davonlaufen – und die Kasse wäre bald pleite.