Barmer-Chef Eckhard Fiedler geht davon aus, dass bei allen gesetzlichen Krankenkassen massive Beitragssenkungen anstehen. Der durchschnittliche Beitragssatz würde noch in diesem Jahr unter 14 Prozent sinken. Derzeit liegt er bei 14, 2 Prozent. Zum 1. Januar rechnet Fiedler mit noch deutlicheren Rückgängen bis auf 13, 6 Prozent und weniger, berichtet das Handelsblatt.
Den Angaben zufolge hat die größte deutsche Krankenkasse Barmer im ersten Halbjahr 2004 einen Überschuss von 291 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) und die DAK erzielten ebenfalls deutliche Überschüsse von 66 bzw. 200 Millionen Euro. Ähnlich soll es bei allen Kassen aussehen. Offizielle Zahlen gibt es bei den meisten aber erst Anfang September. Die bisherigen Zahlen belegten, dass die Gesundheitsreform wirke, so Fiedler. Die Arzneimittelausgaben bei der Barmer wären beispielsweise um 9,7 Prozent zurückgegangen, die Kosten für ärztliche Behandlung um 4,7 Prozent und für Zahnbehandlung um 2,5 Prozent.
Einen Grund für die im nächsten Jahr erwarteten Beitragssenkungen sieht der Barmer-Chef nach Angaben des Handelsblattes darin, dass der Zahnersatz nicht mehr über die normalen Beiträge finanziert werden muss, sondern künftig separat abgedeckt wird. Für die neue Zahnersatzversicherung bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erwartet er einen Pauschalbeitrag von 6,70 Euro.
Trotz dem allgemeinen Trend zu drastischen Einsparungen bei den Ausgaben der Krankenkassen vermeldet das Handelsblatt auch Fälle von Beitragserhöhungen. Dies betrifft besonders die Betriebskrankenkassen (BKK), weil diese Ausgleichszahlungen an die BKK für Heilberufe leisten müssen. So hätten 8 Krankenkassen zum 1. August ihre Beiträge erhöht, darunter 7 Betriebskrankenkassen. Drei weitere Betriebskrankenkassen würden ihre Beiträge zum 1. September anheben.
(cu)
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