Der "Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien" (BITKOM) warnt vor weiteren Verzögerungen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Deutschland sei neben Spanien das einzige Land Westeuropas, das die Vernetzung im Gesundheitswesen noch nicht gestartet habe. Die Gesundheitskarte mache den Versicherten zum Herrn seiner Gesundheitsdaten. Außerdem rechnet der Verband mit Einsparungen im Gesundheitssystem in Höhe von ein bis zwei Milliarden Euro jährlich.
Bitkom: Patientenkarten müssen sowieso getauscht werden
Allein durch die Vermeidung von Arzneimittelunverträglichkeiten und Wechselwirkungen sollen mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Der Bitkom hält den Zeitpunkt für einen Wechsel zur Gesundheitskarte für günstig. Immerhin müssten die gewohnten Patientenkarten sowieso ersetzt werden, erklärt der Verband. Sie genügten nicht mehr den Anforderungen an den Datenschutz, und die Krankenkassen seien ohnehin verpflichtet, Patientenkarten mit Lichtbild auszugeben.
Elektronische Gesundheitskarte gleich mit einführen
Der Bitkom schlägt vor, zusammen mit der Gesundheitskarte auch die elektronische Patientenakte anzubieten. Die elektronische Patientenakte erleichtere den Patienten den Arztwechsel oder das Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung. Aufgrund der lückenlosen Dokumentation könnten auch Fehlbehandlungen einfacher festgestellt und nachgewiesen werden als heute.
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