Die staatlichen Renten werden erst ab dem Jahr 2009 angehoben, und auch dann nur mit einer "kleinen Anpassung". Das erklärte einem Bericht der Netzeitung zufolge der Präsident der Deutsche Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, auf einer Veranstaltung in Würzburg. Er schätzte diese Anpassung 2009 auf 0,3 Prozent für ostdeutsche und 0,2 Prozent für westdeutsche Rentner. Angesichts des gleichzeitigen Preisanstiegs sinken die Renten somit real weiter.
Als Begründung verwies Rische auf die maßgeblichen Bruttolöhne: Sie steigen in diesem Jahr nur um 0,6 Prozent, was aufgrund der normalen Berechnungen zu einer Rentenkürzung um 0,4 Prozent führen müsste. Im Gesetz zur Rente mit 67, das morgen vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, ist deshalb eine Sonderregelung vorgesehen: Ausgefallene Rentenkürzungen werden später nachgeholt, indem dann anstehende Anhebungen halbiert werden. Ausnahmen gelten für Beschäftigte, die mit 65 Jahren 45 Beitragsjahre erreicht haben. Kritik daran kam von den Unternehmerverbänden, aber auch von der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Ursula Engelen-Kefer.
Die finanzielle Situation der DRV verbessert sich dagegen. Die Entwicklung der Beschäftigung und der Löhne wirke sich positiv auf die Einnahmen aus – "wenn auch auf niedrigem Niveau", sagte Engelen-Kefer. Allerdings sei der Hauptgrund für das wachsende Finanzpolster die geänderte Fälligkeit der Versicherungsbeiträge: In diesem Jahr müssen die Arbeitgeber 13 Beiträge entrichten. Dadurch werde die Reserve der DRV zum Jahresende auf voraussichtlich 52 Prozent einer Monatsausgabe steigen – gesetzlich vorgeschrieben sind 20 Prozent.
Der Ausblick der DRV für die nächsten sechs Jahre: Westdeutsche Rentner erwarten Erhöhungen von 0,3 Prozent 2011, jeweils 1,1 Prozent in den beiden folgenden Jahren und 1,3 Prozent 2014. In Ostdeutschland sind es 2011 0,4 Prozent, 2012 1,5 Prozent und 2013 3,1 Prozent.