Wer seiner Krankenkasse kein Foto für die neue elektronische Gesundheitskarte zur Verfügung stellt, dem droht der Verlust seines Krankenversicherungsschutzes. Dies geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums an die FDP-Fraktion hervor. In dem Schreiben, das der "Rheinischen Post" vorliegt, heißt es: Die elektronische Gesundheitskarte könne "in der Regel nicht ausgestellt werden, wenn ein notwendiges Lichtbild nicht vorgelegt wird."
Diesen Sommer verschicken die Krankenkassen Briefe an ihre Versicherten mit dem Hinweis, ein Foto für die neue elektronische Versichertenkarte zurück zu senden. Start für die neue Gesundheitskarte ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums der 1. Oktober 2009. Ohne die neue elektronische Versichertenkarte könnten ärztliche Leistungungen nicht in Anspruch genommen werden, heißt es in dem Antwortschreiben. Denn vor jeder Behandlung müsse die neue Gesundheitskarte künftig vorgelegt werden, schreibt die "Rheinische Post".
Große Bedenken gegen die neue Karte
Der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr kritisierte die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zum 1. Oktober: "Das Gesundheitsministerium will gegen Bedenken von Ärzten und Patientenvertretern dieses Projekt durchpeitschen." Um ihre Einführung tobt seit Jahren ein Streit.
Bei vielen Ärzten gebe es großen Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte, schreibt die Zeitung. Sie befürchten einen unzureichenden Schutz der Patientendaten sowie einen hohen Aufwand beim Einsatz der Karten. "Die Informationen müssen alle gesondert eingegeben werden. Das kostet Zeit, die von der Patientenversorgung abgeht", sagt der Düsseldorfer Internist Achim Daweke. Die Ärzte seien bereits heute mit Dokumentationspflichten überfrachtet.