Vor einer schnellen Abschaffung des Gesundheitsfonds warnt der Gesundheitsexperte Boris Augurzky Im "Handelsblatt". In einem Interview mit der Zeitung sagte Augurzky: "Der Fonds ist sinnvoll und sollte beibehalten werden." Die Abschaffung des Gesundheitsfonds zählt zu den Wahlversprechen der FDP.
Augurzky bezeichnete die Behauptung, der Gesundheitsfonds behindere den Wettbewerb, als falsch. Die Krankenkassen könnten ja über den Zusatzbeitrag höhere Beiträge einziehen, müssten dafür aber auch mehr Leistungen anbieten. Einkommensschwachen Versicherten blieben genug Kassen zum Einheitstarif zur Auswahl.
Außerdem bestätigte Augurzky, dass auf die Krankenkassen 2010 ein Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro zukommt. Der Grund dafür sei aber nicht der Gesundheitsfonds, sondern die krisenbedingt steigende Arbeitslosigkeit.
Boris Augurzky ist Gesundheitsexperte am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.