Der Vorschlag des CDU/CSU-Franktionschef Volker Kauder, die Krankheitskosten der Kinder mit Steuern anstatt mit Beiträgen zu finanzieren, wird zu einer gewaltigen Umverteilung von oben nach unten führen. Wie das Hamburger Magazin stern berichtet, wird der Gesundheits-Soli Spitzenverdiener 3,4 Prozent ihres Einkommens kosten.
So müsste ein privat versicherter, lediger Spitzen-Manager mit einem Monatsgehalt von einer Million Euro bei einer Senkung der Krankenkassenbeiträge um 1,5 Prozentpunkte und der Einführung eines Gesundheits-Solis von acht Prozentpunkten auf die Einkommenssteuer künftig 33.536 Euro mehr Steuern zahlen. Eine gesetzlich versicherte, ledige Friseurin mit einem Bruttolohn von 1000 Euro würde durch die Beitragssenkung um rund acht Euro im
Monat entlastet.
Gewinner einer Umfinanzierung wären vor allem Familien, die, bedingt durch die Kinderfreibeträge, von einer Soli-Einführung kaum betroffen wären. Klarer Verlierer der Finanzreform wären dagegen privat versicherte Singles. Ihnen droht neben dem Gesundheits-Soli auch die Kürzung des Arbeitgeberzuschusses zur Krankenversicherung.
Privatversicherte Familien jedoch könnten profitieren, wenn sie, wie es die Union fordert, aus dem geplanten Gesundheitsfonds für ihre Kinder einen Prämienzuschuss von 80 Euro monatlich erhalten würden. Dann würden sich Alleinverdiener mit zwei Kindern bis zu einem Monatsgehalt von 8000 Euro unterm Strich um bis zu 2,8 Prozent verbessern.