Der Gesundheitsfonds führt zu besserer medizinischer Versorgung und zu mehr Effizienz im Gesundheitswesen. Er löst aber nicht die Finanzprobleme im Gesundheitssystem. Das geht aus einem Expertengutachten hervor, das Bundesfinanzministerium und Bundesgesundheitsministerium gemeinsam in Auftrag gegeben haben.
Wie die beiden Ministerien gemeinsam mitteilen, haben die Gutachter vor allem drei Elemente der Gesundheitsreform gelobt:
- das System der Fallpauschalen in der stationären Behandlung,
- die gesteigerten Möglichkeiten für unterschiedliche Vertragsgestaltungen,
- die besseren Anreize zur Versorgung schwer oder chronisch Kranker durch den so genannten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Kassenchef warnt vor Zusatzbeiträgen 2010
Kritik üben die Gutachter daran, dass das Gesundheitssystem nach wie vor einseitig an die Löhne gekoppelt ist. Dies berge die dauerhafte Gefahr der Unterfinanzierung und belaste dadurch den Bundeshaushalt, heißt es in dem Gutachten. Die Finanzierung beklagen auch die Krankenkassen. So kündigte DAK-Chef Herbert Rebscher gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" an, die Kassen seien im kommenden Jahr gezwungen, Zusatzbeiträge von ihren Versicherten zu erheben.
An dem Gutachten waren beteiligt: die Wissenschaftler Bert Rürup und Eberhard Wille sowie das IGES-Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.