Von den 95.000 Neumitgliedern der Krankenkassen, die seit April 2007 in die Gesetzliche Krankenversicherung zurückkehrten, konnten 52.000 ihren Beitrag nicht bezahlen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE hervor (BT-Drs. 16/10742). Knapp 80.000 sind noch ganz ohne Versicherung, so DIE LINKE weiter. Den Kassen entstanden durch die zahlungsunfähigen Rückkehrer von April 2007 bis April 2008 Beitragausfälle von durchschnittlich 1.800 Euro pro Mitglied.
"Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass auch diejenigen vollen Versicherungsschutz erhalten, denen die nötigen Mittel fehlen", fordert deshalb der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Frank Spieth.
Zumeist dürften Selbständige mit geringem Einkommen betroffen sein, vermutet DIE LINKE. Diese müssen derzeit etwa 280 Euro pro Monat als Mindestbeitrag in die Gesetzliche Krankenversicherung und zusätzlich etwa 40 Euro an die Pflegeversicherung zahlen. Laut Fraktionssprecher Spieth ist das sogar etwas mehr als der Beitrag eines Bundestagsabgeordneten. Gerade jene, die nach unverschuldeter längerer Arbeitslosigkeit zum Strohhalm Selbständigkeit gegriffen haben, müssen durch angemessene Beiträge einen bezahlbaren Krankenversicherungsschutz bekommen, fordern die Abgeordneten der Linkspartei.