Die von der Bundesregierung geplante Angleichung der Ost-Renten soll erst im Jahr 2020 umgesetzt werden. Wie die WELT in ihrer Onlineausgabe berichtet, fordert Thüringens SPD-Landesvorsitzender Christoph Matschie dagegen eine schnellere Angleichung der Ost-Renten an das Westniveau.
Die Bundestagsfraktion der Linken schloss sich der Kritik an. Die Politiker reagierten damit auf einen Bericht des Magazins "Spiegel". Dieser berief sich auf einen vorläufigen Gesetzentwurf des Ministeriums, wonach in Ost und West die Renten ab 2020 "einheitlich berechnet und jährlich entsprechend der gesamtdeutschen Lohnentwicklung angepasst" würden.
Der SPD-Politiker Matschie forderte daraufhin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Entwicklung eines Stufenplans, mit dem eine Angleichung schneller geschehe.
18 Jahre nach der Wiedervereinigung klaffe immer noch eine deutliche Lücke zwischen den Bezügen der Rentner, sagte der Bundesgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbands Volkssolidarität, Bernd Niederland.
Demnach sei die gesetzliche Rente für über neunzig Prozent der ostdeutschen Rentner die einzige Einnahmequelle, während westdeutsche Rentner häufig zusätzliche Einkünfte aus einer betrieblichen oder privaten Altersvorsorge beziehen. Auch seien ihre privaten Ersparnisse höher als in Ostdeutschland. Nur 60 Prozent seien ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen, schreibt die WELT.
Gegenwärtig erhalten Ostdeutsche eine Altersrente, die 12 Prozentpunkte unter dem Rentenwert der Westdeutschen liege. Aufgrund der häufig längeren Arbeitszeit der Ostdeutschen seien ihre Renten im Durchschnitt aber höher als die westdeutschen.
Wie die WELT schreibt, gibt es derzeit noch einen aufwertenden Umrechnungsfaktor, von dem vor allem die derzeit Aktiven in den neuen Ländern profitieren. Danach würden Ost-Beschäftigte mit geringem Einkommen dennoch 18 Prozent höhere Rentenansprüche erwerben als West-Beschäftigte mit gleichem Lohn. Diese Aufwertung würde bei der geplanten Rentenangleichung dann wegfallen.