Hohes Renditerisiko bei gesetzlicher Rente 

Dass die Renten schon lange nicht mehr sicher sind, ist allseits bekannt. Dass das Risiko einer schlechten Verzinsung der gesetzlichen Rentenbeiträge in den letzten 30 Jahren bereits größer war als bei einer kapitalgedeckten Anlage überrascht dann doch.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) belegt genau dies. Das Renditerisiko der gesetzlichen Rentenversicherung war in den letzten 30 Jahren höher als das am Kapitalmarkt. Und: Die Mischung mit kapitalgedeckten Anlagen senkt das Risiko der gesetzlichen Rente und steigert gleichzeitig die gesamte Rendite.



Die Autoren der DIA-Untersuchung, Prof. Dr. Reinhold Schnabel (Universität Duisburg-Essen) und Adrian Ottnad belegen in ihre Studie, dass bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren die niedrigste reale Rendite eines reinen DAX-Portfolios 3,5 Prozent betrug, die mittlere sieben Prozent, Spitzenwerte sogar zehn Prozent. Vergleicht man dies mit den Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung, ist deren Risiko deutlich höher: Konnte ein lediger Berufsanfänger (Geburtsjahr 1950) im Jahr 1970 noch mit einer realen Beitragsrendite von gut fünf Prozent rechnen, kann er heute bei optimistischer Prognose bestenfalls zwei Prozent erwarten, bei realistischen Erwartungen sogar nur Null Prozent.



Als größte Renditerisiken der gesetzlichen Rentenversicherung identifiziert die DIA-Studie die zahlreichen Kürzungen der Politik und die ungünstige Demographie. So wurden die Beitragssätze kontinuierlich erhöht, das Rentenniveau gesenkt, das Renteneintrittsalter erhöht, die Anrechnung beitragsfreier Ausbildungszeiten gekürzt bzw. ganz gestrichen. Insgesamt haben sich deshalb seit 1970 für Standardrentner aller Jahrgänge, ganz besonders für die jüngeren, die Renditeerwartungen deutlich (um fünf bis sechs Prozentpunkte) verschlechtert.



"Die Wahrscheinlichkeit mit einem Aktiendepot auf Sicht von 30 Jahren eine negative Rendite zu erzielen, ist an historischen Werten gemessen praktisch Null", betont Prof. Dr. Reinhold Schnabel. Vergleicht man beispielweise Sparpläne für ein gemischtes Depot (hälftig aus Aktien und Anleihen) mit genau den gleichen Beitragszahlungen wie zur gesetzlichen Rentenversicherung, hätte der Jahrgang 1930 (1970) bei sogar etwas geringerem Risiko eine monatliche Rente von 2.205 Euro erwirtschaften können gegenüber der aktuellen gesetzlichen Rente bzw. Erwartung von nur 1.181 Euro (936 Euro).



Durch eine Mischung von privater kapitalgedeckter Vorsorge und gesetzlicher Rentenversicherung im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel lässt sich das Gesamtrisiko der Altersvorsorge nochmals drastisch (um etwa 40 Prozent) verringern. Gleichzeitig ergibt sich eine höhere Rendite als im reinen Umlageverfahren und die monatliche Rente erhöht sich spürbar: Ein Durchschnittsverdiener des Jahrgangs 1930 würde 1.888 Euro (+ 707 Euro) erhalten, der Jahrgang 1970 1.632 Euro (+ 696 Euro).



Die Studie "Gesetzliche und private Altersvorsorge - Risiko und Rendite im Vergleich" kann unter www.dia-vorsorge.de angefordert werden.

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