Die gesetzliche Ortskrankenkasse AOK Bayern und die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) planen gemeinsame Aktionen für eine größere Akzeptanz der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card - EHIC). Das teilt die AOK mit.
Bereits im Januar dieses Jahres informierte die AOK Bayern über Urlaubskrankenschein für die meisten europäischen Staaten, der früher vor jedem Auslandsaufenthalt beantragt werden musste.
Durch die Verwendung eines gleichen Kartenmusters soll das medizinische Personal die Karte sofort erkennen, auch wenn sie in einer fremden Sprache ausgestellt ist. Die EHIC bestätigt den medizinischen Einrichtungen des jeweiligen Aufenthaltslandes, dass der Karteninhaber den gleichen Behandlungsanspruch hat wie krankenversicherte Bürger des eigenen Landes.
Behandlung im Ausland oft nur per Rechnung
Im September und Oktober 2008 befragten die AOK Bayern 3.800 und die OÖGKK 2243 Versicherte, die sich im Ausland behandeln ließen. In den strittigen Fällen lag die durchschnittliche Rechnungshöhe bei knapp 100 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung darf auf Grund gesetzlicher Vorgaben in der Regel nur einen Teil der durch Privatrechnung entstandenen Kosten rückerstatten.
Bei den ausgewerteten Fällen ergab sich daher eine Eigenbeteiligung der Versicherten in Höhe von rund 34 Prozent auf bayerischer und von 63 Prozent auf oberösterreichischer Seite. Vor allem in den beliebtesten südlichen europäischen Urlaubsländern wurde die Karte am häufigsten nicht akzeptiert.
Deutsch-Österreichische Initiative für mehr Akzeptanz
Die nationalen Verbindungsstellen des europäischen Sozialrechts sollen künftig regelmäßig über die Akzeptanzprobleme der europäischen Krankenversichertenkarte in Arztpraxen informiert werden, damit auf europäischer Ebene die Situation der Versicherten schnell und umfassend bekannt werden. Gedacht ist auch an eine Weiterentwicklung von elektronisch unterstützten Lesemöglichkeiten und eine verstärkte Information der Versicherten über ihre Rechte.