Viele gesetzlich krankenversicherte Bundesbürger stehen den neuen Wahltarifen der gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, die Mehrheit zeigt sich aber noch abwartend bis ablehnend. Eine mögliche Hürde sei die bei vielen Wahltarifen übliche dreijährige Bindungsfrist an die Krankenkasse. Auch sind die meisten der neuen Produkte vor allem für junge, gesunde und aktive Mitglieder interessant. Das fand das Marktforschungs- und Beratungsinstitut psychonomics AG in einer repräsentativen Studie heraus.
Das größte Interesse zeigen die GKV-Kunden für das "Prämienmodell", das nachgewiesenes gesundheitsbewusstes Verhalten noch stärker als bisher bonifizieren soll. Über die Hälfte der
gesetzlich Versicherten find das gut. Jeder Dritte kann sich für Tarife mit "Beitragsrückerstattung" bei Leistungsfreiheit erwärmen; für ein Fünftel der GKV-Kunden kommt ein "Selbstbehalt" an den möglichen Behandlungskosten in Betracht. Für einen "Naturheilmitteltarif" für ansonsten nicht erstattungsfähige Naturheilbehandlungen gegen Aufpreis interessieren sich 25 Prozent.
Inwiefern sich dieses Interesse in entsprechenden Abschlüssen niederschlagen wird,
ist noch offen. "Ganz konkretes Abschlussinteresse hat derzeit erst ein kleinerer Teil der Versicherten. Der Abschied von der Einheitsversicherung wird sich vermutlich erst in einem längeren Prozess vollziehen", kommentiert Anja Schweitzer, Leiterin der Gesundheits-Marktforschung bei der psychonomics AG. "Und nicht jedes Wahltarif-Produkt ist für jeden Versicherten gleich interessant oder sinnvoll", so Schweitzer weiter.
Einen Wechsel in den ab Anfang 2009 obligatorischen Basistarif der Privaten Krankenversicherung schloss ein Drittel der befragten privat Krankenversicherten nicht aus. Konkret erwägen dies aktuell allerdings nur 12 Prozent. Über die Hälfte der potenziellen Tarifwechsler wollen ihrer bisherigen Versicherungsgesellschaft dabei treu bleiben, jeder zehnte PKV-Versicherte kann sich aber auch die Verknüpfung des Tarifwechsels mit einem Versicherungswechsel vorstellen.
Für die Studie "Health Care Monitoring 2007" (Halbjahresreport) wurden 1.500 Bundesbürger ab 16 Jahren repräsentativ zu ihrem Gesundheitsverhalten und zu aktuellen
Gesundheitsthemen befragt. Mitherausgeber der Studie ist Acxiom Deutschland.