Das Vertrauen der Kunden in Versicherungsverträge und -gesellschaften ist zunehmend gestört. Zu diesem Schluss kommt der Ombudsmann für Versicherungen Wolfgang Römer, in seinem Jahresbericht 2005. Wie das Handelsblatt berichtet, sind laut Römer "die Beschwerden subjektiv von Misstrauen und zum Teil vermehrt von Aggressivität getragen". Der Schlichter hat im vergangenen Jahr 7.323 Beschwerden von Versicherungskunden bearbeitet.
Vor allem seitdem der Bundesgerichtshof im Oktober 2005 mehrere Vertragsklauseln bei Lebensversicherungen für ungültig erklärt hatte, hat sich die Zahl der Beschwerden stark erhöht. Ein wesentlicher Missstand seien dabei die nach wie vor schwierig zu verstehenden Vertragsbedingungen, an denen zum Teil auch Fachleute scheiterten. Viele Versicherungsnehmer seien schlecht über die Vertragsbedingungen informiert gewesen, bemängelt der Jahresbericht. Auch seien viele Verträge zu unflexibel und würden möglicherweise veränderten Lebenssituationen der Versicherten nicht gerecht.
Der Bericht fordert in erster Linie eine sprachlich klare und auf das Wesentliche konzentrierte Unterrichtung durch die Versicherungsanbieter. Laut dem Handelsblatt sind die diesbezüglichen Vorschläge des Ombudsmannes in die Beratungen zur Reform des Versicherungsvertragsgesetzes aufgenommen worden.
Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine unabhängige und für Verbraucher kostenfrei arbeitende Schlichtungsstelle (http://www.versicherungsombudsmann.de). Streitfälle von weniger als 5.000 Euro kann er abschließend entscheiden, für Fälle bis 50.000 Euro eine Empfehlung aussprechen.
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