Ihren anhaltenden Sinkflug setzen die Renditen von Lebensversicherungen auch in diesem Jahr fort. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, zahlen die Versicherer ihren Kunden durchschnittlich Erträge von 5,52 Prozent – 2001 waren es für Kapital-Lebensversicherungen mit Todesfallschutz und 30 Jahren Laufzeit noch 6,21 Prozent. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Branchenfachorgan Map-Report vorgelegt hat.
Noch stärker sei der Rückgang bei kürzeren Verträgen, so die Studie weiter. Bei zwölf Jahren Laufzeit fiel die Rendite in den vergangenen sechs Jahren von 6,09 auf 4,09 Prozent. Manfred Poweleit, Chef des Map-Reports, machte gegenüber der SZ das langjährige Zinstief für die fallenden Renditen verantwortlich. Auch die Durchschnittsrendite festverzinslicher Bundeswertpapiere ist derzeit mit 4,25 Prozent etwa nur noch halb so hoch wie im Jahr 1992.
Die steigenden Aktienkurse wirken sich nur geringfügig auf die Versicherungsrenditen aus, weil die Unternehmen das Geld ihrer Kunden vorwiegend in festverzinslichen Wertpapieren anlegen. "Einige Gesellschaften sind mit dem Ende der Kursrally nach der Jahrtausendwende in böse Turbulenzen geraten", begründete Poweleit die Vorsicht der Versicherer gegenüber Aktienanlagen.
Langfristige Anlagen, die in den letzten Jahren ausgelaufen sind, waren noch mit höheren Sätzen verzinst und mussten durch niedriger verzinste ersetzt werden. Das drückte auf die Rendite. Dass die Zinsen zuletzt wieder angezogen haben, konnte sich in den Erträgen der Versicherten bis jetzt nicht niederschlagen. Poweleit zeigte sich allerdings zuversichtlich, "dass der Abwärtstrend nun weitgehend gestoppt ist". In zwei, drei Jahren seien wieder höhere Leistungen der Versicherer möglich, dies hänge aber von der Zinsentwicklung ab.
In der Studie wurden auch die Leistungen der unterschiedlichen Anbieter verglichen. Dabei ergaben sich schon unter den dreißig besten Renditedifferenzen zwischen 6,79 Prozent (Debeka) und 5,35 (Condor). Die ausgezahlten Summen seien aber nur ein Anhaltspunkt, warnt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sie sind keine Zukunftsprognosen, sondern zeigen nur, wie sich ein Produkt in der Vergangenheit entwickelt hat.