Zwei von drei Erwerbstätigen in Deutschland sind bereit, mehr für die Pflegeversicherung zu bezahlen. Vor die Wahl zwischen einer privaten und der gesetzlichen Versicherung gestellt, entschieden sich in einer aktuellen forsa-Umfrage Dreiviertel von ihnen für eine private Vorsorge. Befragt wurden tausend Erwerbstätige unter fünfzig Jahre.
Demnach ziehen 77 Prozent der Befragten eine kapitalgedeckte Vorsorge der gesetzlichen Pflegeversicherung vor. Nur 16 Prozent der Erwerbstätigen sprachen sich in der Umfrage dafür aus, stattdessen höhere Beiträge in die umlagefinanzierte Pflegeversicherung einzuzahlen.
Die klare Absage an die gesetzliche Pflegeversicherung wird dabei in Ostdeutschland (76 Prozent) und Westdeutschland (78) gleichermaßen geteilt. Einen Unterschied erkannten die Statistiker dagegen nach Einkommen der Befragten: Geringverdiener mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1500 Euro sprachen sich etwas seltener (70 Prozent) für eine private Vorsorge aus.
Zwei von drei der Befragten wären dabei bereit, bis zu 20 Euro im Monat für die zusätzliche Absicherung im Alter auszugeben, um im Falle von Pflegebedürftigkeit versorgt zu werden. In östlichen Bundesländern ist die Bereitschaft dazu geringer. Nur 56 Prozent der Ostdeutschen, aber 67 Prozent der Westdeutschen würden zwanzig Euro monatlich mehr zahlen.
Die Umfrage wurde im Auftrag der Initiative "Neue Soziale Marktwirtschaft" erstellt, die sich damit in die aktuelle Debatte um eine Reform der Pflegeversicherung einschalten will. Die Initiative plädiert für mehr private Vorsorge, worin sie sich durch die Ergebnisse der Umfrage bestätigt sieht.