Niedrige Kfz-Versicherungspreise auch 2007 

Die Allianz erwartet für 2008 das Ende des Preiskriegs in der Autoversicherung. "Meine Prognose ist, dass die Preise nächstes Jahr steigen werden", sagte Thomas Pleines, Vorstandschef der Allianz Versicherung und Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland der Financial Times Deutschland (FTD). Für 2007 sieht Pleines aber noch keinen spürbaren Preisanstieg. Zur Zeit zahlten die Kunden dieselben Preise wie im Jahr 1998, als sich die Versicherer ebenfalls mit immer neuen Kampfpreisen unterboten hatten.

Indirekt kritisierte Pleines diese Strategie, welche seit 2005 auch die Allianz verfolgt hatte. "Ich glaube nicht, dass man Geld gewinnt, wenn man Preiskämpfe lostritt", sagte er, ohne diese Erkenntnis weiter zu kommentieren. Die Allianz wolle die Marktkonsolidierung abwarten, bevor sie neue Ziele für den Kfz-Bereich bekannt gebe. "Wer im weichen Markt mit Gewalt wachsen will, kann das nur zu Lasten des Ertrags tun", begründete er die Zurückhaltung. Als "Weichmarktphase" bezeichnet die Branche eine Periode sinkender Preise.

Grundsätzlich differenziere die Allianz nach Kunden und Vertriebswegen. Sie habe allein in der Autoversicherung drei verschiedene Tarife für unterschiedliche Kundengruppen: Optimal, Kompakt und Allianz 24, den Internettarif. "Das ist wie ein Netz. Der Kunde kommt an, und wir hoffen, dass er in einem dieser drei Teile das Passende findet." Die Allianz sieht sich in den verschiedenen Vertriebswegen – Vertreter, Internet, Dresdner Bank und Vertrieb über Autofirmen - gut aufgestellt.

Mit 8,9 Millionen versicherten Fahrzeugen ist die Allianz eindeutig der Marktführer in Deutschland. Im vergangenen Jahr wuchs die Gesellschaft hier moderat um 30.000 versicherte Fahrzeuge, während der Marktzweite HUK-Coburg ein Plus von 220.000 Fahrzeugen auf 7,7 Millionen einfahren konnte.

Der Konzern legt derzeit die Verwaltung zusammen und streicht 5700 Arbeitsplätze. Pleines sagte, dass bei den Protesten gegen den Großumbau bei der Allianz Deutschland "der Druck raus" sei. "Das ist so, seitdem klar ist, wie es weitergeht", sagte Pleines. Die größten Risiken für die Allianz bestünden nicht in der Umstellung des internen Betriebs, sagte Pleines. Wie für die gesamte Versicherungswirtschaft seien die Hauptrisiken mögliche Unsicherheiten an der Börse sowie hohe Schäden aus Naturkatastrophen.

'Kyrill' werde die Allianz etwa 400 Mio. Euro brutto kosten, davon 200 Mio. Euro auf eigene Rechnung. Nur 200 Mio. Euro waren rückversichert. Doch Pleines betonte, solche Schäden beinhalteten auch Chancen. "Wir haben nach dem Sturm alle Kunden angeschrieben, die keine Sturmversicherung hatten." Das Ergebnis sei sehr positiv.

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