Der Direktor des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach, hat Beitragserhöhungen für Privatversicherte von mehr als 50 Prozent vorausgesagt – über die nächsten zehn Jahre. Dafür sei die Gesundheitsreform der großen Koalition verantwortlich, sagte er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er berief sich dabei auf Simulationsrechnungen des wissenschaftlichen Institutes der PKV.
Vor allem der geplante Basistarif ist Leienbach ein Dorn im Auge. Laut der Simulationsrechnung verursache er allein für ein Beitragsplus von 37 Prozent bis zum Jahr 2018. Der Basistarif soll allen Menschen ohne Risikoprüfung offen stehen und gerade ehemals privat Versicherten zu Gute kommen, die inzwischen keine Krankenversicherung mehr haben. Der PKV-Direktor sieht hier die Gefahr, die regulären Versicherten müssten letztlich für Finanzierungslücken aufkommen, welche durch den Basistarif entstehen.
Nach dem Gesetzentwurf darf der Beitrag für den Basistarif nicht höher sein als der durchschnittliche Höchstbeitrag der gesetzlichen Versicherung von etwa 500 Euro im Monat. Leienbach stört sich außerdem an der Regelung, dass Eheleute, die beide berufstätig sind, im Basistarif statt zwei nur anderthalb Beiträge einzahlen müssten. Auch die Zusatzprämie, die gesetzliche Kassen künftig erheben können, bliebe den Anbietern des Basistarifs verwehrt. Seiner Aussage nach liegt dem Bundesrat bereits ein Antrag einiger Länder vor, im Basistarif auf einen Höchstbeitrag zu verzichten und Eheleute nicht gegenüber anderen Versicherten zu bevorzugen.
Eine Grundlage der Simulationsrechnung ist die Annahme, es werde einen massenhaften Wechsel von all denen in den Basistarif geben, die heute mehr als 500 Euro für ihre private Krankenversicherung zahlen. Vor allem Beamte könnten von ihren Arbeitgebern dazu gedrängt werden, in den Basistarif zu wechseln. Dies würde den Ausgleichsbedarf vergrößern und die regulären Tarife noch mehr ansteigen lassen, woraus am Ende die Erhöhung resultiere, welche für das kommende Jahrzehnt errechnet worden sei.