Immer mehr Ärzte, Therapeuten und Krankenhäuser versuchen, privat Krankenversicherten zuviel Honorar zu berechnen. Wie der "SPIEGEL" in seiner Onlineausgabe berichtet, beklagen die privaten Krankenversicherungen (PKV) häufig überhöhte Rechnungen und unnötige Behandlungen.
Nach Angaben der Versicherer enthielte jede zehnte Rechnung "unplausible Positionen". Dadurch gerate das Geschäftsmodell der gesamten Branche in Gefahr. Prinzipiell beträfe das Problem 8,5 Millionen Deutsche, die privat versichert seien.
Anders als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen bekommen sie bei Behandlungen Zahnkronen, Kuren und Chefarztbehandlungen ohne Probleme von der PKV erstattet.
Nach Angaben der PKV bestünde der Verdacht, dass Ärzte, Therapeuten und Kliniken durch beispielsweise unnötige Behandlungen bei privat Versicherten höhere Honorare erhielten. Möglich sei das, weil diese nicht - wie bei den gesetzlich Versicherten - von den Krankenkassen fest "gedeckelt" seien.
Die PKV registriert nach eigenen Beobachtungen einen aus medizinischen Gründen nicht nachvollziehbaren Anstieg von besonders schweren Behandlungen. In der Regel darf der Arzt dafür das 2,3 bis 3,5 fache des Grundpreises verlangen.
Zusätzlich beziffert die PKV einen Verlust von 100 Millionen Euro pro Jahr, weil so genannte "Privatkliniken an normalen Plankrankenhäusern" gegründet würden, schreibt der "SPIEGEL".
Die Versicherer zweifeln angesichts dieser Zustände daran, dass sie künftig noch Kunden werben können, wenn diese sich über hohe und undurchsichtige Arztrechnungen beschwerten.