Die privaten Krankenversicherer haben bis zum September dieses Jahres nur rund 2.400 Rückkehrer aufgenommen. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf den Verband der privaten Krankenversicherung. Aufgrund dieser Zahlen bezweifelt dessen Sprecherin Ulrike Pott die Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums, das von 300.000 Personen ohne Krankenversicherung in Deutschland ausgegangen war.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben die gesetzlichen Kassen bis Ende September rund 51.000 Menschen wieder aufgenommen. "Die Reform wirkt", zieht Andreas Deffner, Sprecher des Gesundheitsministeriums, Bilanz. Zweifelsohne besteht aber noch Informationsbedarf. Verbraucherschützer vermuten, "dass manch einer die Risiken nicht erkannt hat und die Versicherungspflicht nicht richtig deutet", so Heidemarie Krause-Böhm, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern.
Im Rahmen der Gesundheitsreform wurde eine Versicherungspflicht eingeführt. Seit dem 1. April 2007 müssen früher gesetzlich Versicherte bei ihrer ehemaligen Kasse einen Antrag auf Wiederaufnahme stellen. Für ehemals privat Versicherte gilt die Versicherungspflicht erst ab Januar 2009. Allerdings haben sie seit Juli das Recht, zum so genannten Standardtarif zu ihrer früheren Privatkasse zurückzukehren.
Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" liegt kostenlos in den meisten Apotheken aus.