Dass die Rente nicht sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wie der Freiburger Finanzexperte Bernd Raffelhüschen in der Tageszeitung DIE WELT sagte, werde es in Zukunft sogar zu einem negativen Verhältnis von Einzahlungen und Rentenleistungen kommen. "Immer mehr junge Menschen werden aus der Rentenversicherung weniger heraus bekommen, als sie eingezahlt haben", sagte Raffelhüschen der WELT.
Wie die Zeitung weiter berichtet, könnte die Rentenversicherung in diesem Fall sogar verfassungswidrig sein. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, gab ebenfalls in der WELT zu bedenken, dass bei einer dauerhaften negativen Rendite die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Beitragserhebung zur gesetzlichen Rentenversicherung zu stellen ist. Laut Papier verbietet die Verfassung "eine offenkundige Unverhältnismäßigkeit zwischen Beitrags- und Versicherungsleistungen."
Nach Aussage von Meinhard Miegel, Vorstandsmitglied des Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn (IWG), wird es vor allem die nach 1970 Geborenen treffen. Wer dazu zählt, werde laut Miegel nicht mehr mit einer positiven Rendite rechnen können, also weniger raus bekommen als eingezahlt wurde.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat unterdessen den Bericht der Welt als "unrichtig zurückgewiesen". Laut Rentenversicherung Bund seien die Untersuchungen unabhängiger Institutionen bislang
regelmäßig zu dem Ergebnis gekommen, dass die Renditen in der
gesetzlichen Rentenversicherung auch langfristig positiv sein werden.
Analysen der Rürup-Kommission und einiger Institute hätten dies bestätigt. Bei Prognosen, die zu negativen Ergebnissen kommen, werde häufig nicht berücksichtigt, dass die gesetzliche
Rentenversicherung neben Altersrenten auch noch weitere Leistungen
umfasst, wie Erwerbsminderungsrenten, Hinterbliebenenrenten und
Rehabilitationsleistungen.
"Nach den jüngsten Reformmaßnahmen in der Rentenversicherung
werden sich die Renditen in der Rentenversicherung zwar verringern,
bleiben aber auch künftig positiv. Es besteht deshalb kein Anlass,
das System der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich in Frage
zu stellen und die Menschen durch negative Aussagen zu verunsichern",
erklärt der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert
Rische.