Rentenversicherungsbericht realitätsfern 

Der heute von der Bundesregierung veröffentlichte Rentenversicherungsbericht ist nach Ansicht des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) realitätsfern. Das DIA hatte den veröffentlichten Bericht Professor Dr. Reinhold Schnabel zur kritischen Analyse vorgelegt.



Laut Rentenversicherungsbericht sollen die gesetzlichen Renten im Zeitraum von 2007 bis 2020 um rund 21 Prozent zulegen. Parallel dazu soll der Rentenbeitragssatz die 20 Prozentmarke nicht übersteigen. Genährt wird diese Prognose durch äußerst optimistische Annahmen, seitens der Bundesregierung, zur Lohn- und Beschäftigungsentwicklung bis 2020: Diesbezüglich wird mit einem jährlichen Anstieg der Löhne von drei Prozent und mit 800.000 neuen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gerechnet.



Eine Zunahme der gesetzlichen Renten um 21 Prozent entspräche einem Wachstum von jährlich 1,4 Prozent. Hingegen war in den vergangenen sechs Jahren lediglich eine jährliche Steigerungsrate von 0,9 Prozentpunkten zu verzeichnen. Gleichzeitig steigt die Zahl der zukünftigen Rentner dramatisch an. Der damit verbundene Nachhaltigkeitsfaktor und der noch ausstehende Nachholfaktor schränken also das Erhöhungspotential bei den Renten eher ein, als dass ein Wachstum möglich wäre. Dabei soll der Rentenbeitragsatz bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen, was zusätzlich bedeuten würde, dass dieser die nächsten 13 Jahre praktisch unverändert bleiben müsste.



Zur Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse betont Prof. Schnabel, dass die Prognose allen vergangenen Entwicklungen widerspricht. Die Zahl der Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis 60 Jahren wird bis 2020 um etwa zwei Millionen zurückgehen.

Der stetige Rückgang von Normalarbeitsverhältnissen bleibt unverändert und die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt bestehen ebenso.



Laut dem Präsidenten der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, kann es frühestens in drei Jahren zu einem geringen Anstieg kommen. Selbst bei einem kräftigen Lohnanstieg von drei Prozent wären zwar theoretisch Rentensteigerungen von maximal zwei Prozent möglich. Die aber werden durch steigende Beiträge für Krankenkasse und Pflege sowie durch die Inflation aufgefressen.

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