Bert Rürup, Vorsitzender des Sachverständigenrates, hat sich im Streit über die Gesundheitsreform für ein Ende der privaten Krankenversicherung in ihrer bisherigen Form ausgesprochen. Rürup forderte dabei die Einführung einer allgemeinen Versicherungspflicht als "ökonomisch sinnvollste Lösung". Damit soll die Forderung nach einem fairen Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) verwirklicht werden, erklärte Rürup dem Handelsblatt.
Jeder Bürger müsste dann bei einer Versicherung seiner Wahl einen medizinischen Basisschutz einkaufen. Auch die Pflichtversicherungsgrenze würde fallen müssen. Eine solche Reform würde allerdings "das faktische Aus für das derzeitig dominierende und attraktive Geschäftsmodell der PKV, die kapitalgedeckte substitutive Vollversicherung, bedeuten", da PKV und GKV dann nach dem Umlageverfahren arbeiten und einkommens- und risikounabhängige Pauschalbeträge erheben müssten.
SPD und CDU sind sich bisher noch nicht einig , ob und in welcher Form die PKV in die geplante Gesundheitsreform einbezogen werden soll. Die Union lehnt den Vorschlag der SPD, die PKV in den Gesundheitsfonds zu integrieren, ab. Eine schnelle Entscheidung ist auch von den Koalitionsspitzen nicht zu erwarten.
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