Die europaweite Regelung für Eigenkapital von Versicherungen, "Solvency II", könne sich "vor allem auf kleine Versicherer negativ auswirken", warnte Thomas Steffen, Vizevorsitzender der Vereinigung der europäischen Versicherungsaufseher (Ceiops) gegenüber dem Handelsblatt. Das haben erste Studien von Ceiops ergeben.
Solvency II soll erreichen, dass die Versicherer ihre Risiken stärker analysieren und entsprechend mit Kapital unterlegen. Die dafür erforderlichen Rechenmodelle sind recht aufwendig. Kleinere Versicherer werden wegen der hohen Kosten vor eigenen Modellen zurückschrecken und ein EU-einheitliches Standardmodell anwenden, erwarten Experten.
Dazu hätten große, diversifizierte Versicherungsgruppen den Vorteil, dass sie Risiken innerhalb der Gruppe besser ausgleichen könnten – dagegen würden kleinere Versicherer stärker belastet, so der Vorstand der Zurich Versicherung Andreas Bruckner. Er prophezeite "deutlich mehr Fusionen und Übernahmen" im Zuge von Solvency II.
Ceiops will dem entgegenwirken und weitere Tests durchführen, um die Auswirkungen besser abschätzen zu können. Die Regel "Je kleiner das Unternehmen, desto geringer die Anforderungen an das Risikomanagement“ müsse weiter gelten. Zwar wird Solvency II nach Auskunft des zuständigen EU-Referatsleiters Karel van Hulle frühestens 2011 in Kraft treten. Die Rahmenrichtlinie steht jedoch schon Mitte 2007 an.