Katerstimmung bei den Kfz-Versicherern: Viele
ihrer Kunden haben erfahrungsgemäß die Jahreswende als Anlass
genommen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Mehr als 82
Prozent der Vertriebskräfte glauben, dass dieser Abwanderungstrend
anhält und massiven Einfluss auf die Marktentwicklung nehmen wird.
Auch in den Chefetagen misst man dem Problem große Bedeutung bei: 72
Prozent der Fach- und Führungskräfte der Branche werten die
Anbieterwechsel als wichtigen Trend. Das ergibt die aktuelle Studie
"Insurance Trend" von Steria Mummert Consulting, die in Kooperation
mit der Fachzeitschrift "Versicherungsmagazin" durchgeführt wurde.
Bereits seit zwei Jahren tobt der Preiskrieg unter den
Kfz-Versicherern. Zusätzlich drängen neue, branchenfremde Anbieter
auf den Markt. So bieten beispielsweise Autohersteller ihren Kunden
nicht nur eine klassische Anschaffungsfinanzierung, sondern eine
passende Versicherung für den laufenden Unterhalt des Fahrzeugs
gleich mit an. Drei Viertel der befragten Versicherer gehen davon
aus, dass solche neuen Wettbewerber großen Einfluss auf die
Entwicklung ihres Marktes haben werden.
Um der Abwanderung zu begegnen, setzen mittlerweile 70 Prozent
der Versicherungen die Themen Kundenbindung und Kundenvertrauen ganz
weit oben auf die Agenda. Damit gewinnt dieser Geschäftsaspekt seit
anderthalb Jahren stetig an Bedeutung. Hier wird auch am meisten
investiert: Mehr als 83 Prozent der Versicherungen wollen das Budget
für Kundenbindung in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. In andere
Unternehmensbereiche wie IT, Produktentwicklung oder Kommunikation
wollen dagegen nur 70 Prozent der Assekuranzen investieren.