Versicherungen: 2010 kommt es dicke 

Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer behaupten sich im Krisenjahr 2009, erwarten für 2010 aber große Einbrüche und möglicherweise steigende Beiträge. Das vor allem in der Kfz-Versicherung macht 37 Prozent der Gesamteinnahmen der Schaden- und Unfallversicherer aus und trägt in diesem Jahr maßgeblich zum erwarteten Verlust bei. Die Abwrackprämie hat zwar zu mehr Vollkaskoverträgen geführt. Doch hier wie bei Teilkasko und Kfz-Haftpflicht werden immer mehr Kleinwagen versichert, die in günstigeren Typklassen versichert werden. Die durchschnittliche Prämie bei Haftpflicht und Vollkasko ist mittlerweile auf das Niveau von 1984 gesunken. Die Kfz-Versicherung wird wohl im nächsten Jahr teurer.

Sorgenkind: Kreditversicherung

Die Zahl der Schadensfälle in der Kreditversicherung ist 2008 um 30 Prozent gestiegen, dieses Jahr erwartet der GDV 50 Prozent mehr Schäden. Die Kreditversicherung springt immer dann ein, wenn ein Geschäftspartner beispielsweise bei einem Zulieferer seine Rechnung nicht bezahlen kann. "Die Bonität in der deutschen Wirtschaft hat sich verschlechtert", bilanziert der Vorsitzende des GDV-Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung, Dr. Robert Pohlhausen. Er stellt klar: "Die Kreditversicherer können keine unbegrenzten Wünsche erfüllen." Sonst gerieten sie selbst in Gefahr. Hier müsse eine zusätzliche staatliche Kreditsicherung einspringen, was in der Branche aber umstritten ist. 

Sorgenkind: Rechtsschutzversicherung

Das Privatkundengeschäft habe sich bisher als relativ konjunkturresistent erwiesen, sagt Pohlhausen. Hier drohten unkalkulierbare Kostenrisiken eigentlich nur in der Rechtsschutzversicherung. Im Zuge der Krise und bei steigender Arbeitslosigkeit sei abzusehen, dass beispielsweise Arbeitsrechtsschutzpolicen weit häufiger in Anspruch genommen würden als heute.

Sorgenkind: Wohngebäudeversicherung

Die so genannte Verbundene Wohngebäudeversicherung habe in den vergangenen zehn Jahren einen kumulierten Verlust von vier Milliarden Euro eingefahren, erklärt Pohlhausen. Das sind 400 Millionen Euro pro Jahr. Schuld daran sind schnell und stark steigende Schäden in der Elementarschadenversicherung. Allein der Wirbelsturm "Kyril", der Anfang 2007 mit den höchsten Windgeschwindigkeiten seit 30 Jahren durchs Land fegte, hat Schäden im Wert von über zwei Milliarden Euro verursacht. Pohlhausen warnt, rein rechnerisch müssten die Prämien zur Verbundenen Wohngebäudeversicherung im Schnitt um zehn Prozent steigen.

GDV erwartet Krisenjahr 2010

Bisher hat kein Unternehmen aus der Riege der Schaden- und Unfallversicherer Mittel aus einem Rettungsfonds erhalten, resümierte der GDV vor Pressevertretern. 2010 kommt es dicke: Schon in diesem Jahr deute sich eine sinkende Nachfrage nach Versicherungsschutz an, warnt der Versicherungsverband. Der GDV rechnet für das nächste Jahr mit einem deutlichen Nachfragerückgang, denn für 2009 sind die meisten Versicherungsverträge unter Dach und Fach. Wenn die Verträge für 2010 abgeschlossen werden, wird die Wirtschaftskrise sehr viel breitere Bevölkerungsschichten erfasst haben.

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