Der Ombudsmann für Versicherungen hat jetzt seinen Jahresbericht 2006 vorgelegt. Den Assekuranzen stellt die Schlichtungsstelle, die sich hinter dem Ombudsmann verbirgt, nicht besonders gute Noten aus. Den meisten Versicherungen fehle es deutlich an Transparenz heißt es da. Dem Bericht zufolge, hapert es insbesondere bei Policen der Lebens- und Rechschutzversicherungen an Verständlichkeit.
Schlechter Kontakt zwischen Versicherer und Kunden führe dazu, dass notwendige Informationen fehlten oder Mitteilungen missverständlich seien, so der Ombudsmann gegenüber dem „Handelsblatt“. Allein im vergangenen Jahr erreichten 18.451 Beschwerden den pensionierten Richter Professor Wolfgang Römer, der seit Oktober 2001 als Ombudsmann tätig ist. Von den Beschwerden waren 12.768 zulässig. Mehr als jede zweite Beschwerde betraf die Lebensversicherer. 38,6 Prozent der Beschwerden hatten Erfolg, sofern sie sich nicht auf eine Lebensversicherung bezogen.
„Beschwerden aus der Lebensversicherung bleiben notwendigerweise in hohem Maße erfolglos“, sagt Römer. Denn die Beschwerden beziehen sich hier vorwiegend auf Leistungen, „die in der Regel nicht zu beanstanden“ seien. Daher liege die Erfolgsquote in der Lebensversicherung auch nur bei 14,9 Prozent.
Spätestens mit dem in Kraft treten des neuen Versicherungsvertragsgesetz 2008, sind die Versicherer zu mehr Klarheit und Information gegenüber ihrer Kundschaft angehalten. Die Verordnung sei auch im Interesse der Versicherungen, bei denen ohnehin schon die Erkenntnis wachse, dass Transparenz Kosten sparen kann und die Kundenbindung fördere. Der Vertrieb der Produkte sei dadurch nicht verhindert.
Wenn auch nicht alle Regelungen für den Durchschnittskunden unmittelbar verständlich gestaltet werden können, so sollte es doch das Ziel sein so viele Passagen wie möglich transparent und zu formulieren. Dies sei bei dem größten Teil machbar, so Römer.
Bei einem Streitwert unter 5000 Euro kann der Streitschlichter fallabschließend entscheiden. Der Schlichterspruch ist für die Kunden nicht bindend, wohl aber für die 265 Versicherer, die dem Verfahren zugestimmt haben. Für die Kunden ist die Beschwerde kostenlos.