Die Ratingagentur Morningstar hat dem Schutz von Geldanlegern in Deutschland schlechte Noten ausgestellt. In einer Studie der Agentur zur Situation von Anlegern in 16 Ländern kam Deutschland nur auf Platz 13. Schuld daran war vor allem der schlechte Anlegerschutz.
Deutschland habe zwar auch Gesetze zum Anlegerschutz, aber unter den verglichenen Ländern sei die Bundesrepublik das einzige Land ohne Aufsichtsbehörde, heißt es in einem Artikel der "Financial Times Deutschland" (FTD) zur Studie. "Die Finanzaufsicht BaFin prüft nur den Verkaufsprospekt, nicht aber den Vertrieb der Produkte", sagte Mornigstar-Analyst Werner Hedrich der "FTD". Oft werde mit Eigenschaften wie "Garantie" oder "wertstabil" geworben, auch wenn dies auf die Produkte oder Fonds gar nicht zutreffe.
Weiterhin kritisierten die Autoren der Studie die geringe Kostentransparenz für Fondsanleger. So fehlten in Deutschland etwa Standards zur Angabe von Gesamtkosten, die einen verlässlichen Vergleich von Kosten und Gebühren ermöglichten, heißt es in dem Artikel.
Die besten Bedingungen für Geldanleger bieten laut der Studie die USA, die den ersten Platz erreichten. Die Studie erfasste sechs Kriterien. Darunter befand sich neben dem Anlegerschutz und den Gebühren, das Informationsangebot, die Besteuerung sowie der Produktvertrieb.