Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin fordert Immobilienfonds dazu auf, Immobilien auch mit Verlust zu verkaufen. Damit sollen sich die seit Oktober 2008 eingefrorenen offenen Immobilienfonds Geld beschaffen. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Tageszeitung Die Welt vorliegt.
Darin betont die BaFin das "Interesse des Anlegers auf Rücknahme von Anteilsscheinen" und bezeichnet es als "rechtsfehlerhaft", Immobilien grundsätzlich nicht zu verkaufen, wenn der gebotene Preis unterhalb des Verkehrswertes liegt, den die Sachverständigen ermittelt haben. Laut Investmentgesetz dürfen gesperrte Fonds nur in den ersten drei Monaten der Sperre keine Objekte unter Wert verkaufen, agumentiert die BaFin.
Die Anbieter von bisher nicht gesperrten Fonds fürchten nun, dass andere Immobilienfonds jetzt im großen Stil Immobilien unterhalb des Buchwertes anbieten könnten. Sie befürchten eine Verschärfung der Krise am Immobilienmarkt. Zehn Immobilienfonds seien seit Oktober 2008 eingefroren, weil Anleger massenweise versucht hätten, ihr Geld abzuziehen, heißt es in dem Artikel.