Als Folge der Finanzkrise befürworten Länder wie Dänemark und Schweden einen schnellen Beitritt zur europäischen Währungsunion. Diese steht im Moment aber selber vor einer Zerreißprobe. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD).
Lange Zeit lehnten einige skandinavischen Länder den Euro ab. Im Jahr 2000 stimmte die Mehrheit der Dänen gegen einen Beitritt zur europäischen Währungsunion. Im Zuge der Kreditkrise sehnt die Mehrheit der Bevölkerung den Euro inzwischen herbei. Ähnlich ist es bei den Schweden. Aktuellen Umfragen zufolge sprechen sich hier 46 Prozent der Befragten für den Euro aus. Vor fünf Jahren stimmten die Schweden noch gegen den Euro, heißt es in der FTD.
Der dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen will spätestens im Jahr 2011 ein Referendum über den Beitritt Dänemarks zur europäischen Währungsunion abhalten. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir große Unterstützung brauchen, um die dänische Währung zu stützen und Stabilität zu gewährleisten", zitiert ihn die FTD.
Die schwedischen Politiker sehen den Euro ähnlich positiv. "Wir hätten der Währungsunion schon vor Jahren beitreten sollen. Dann wären wir jetzt besser dran", wird die schwedische Europaministerin, Cecilia Malmstrom in der FTD zitiert.
Wie die Beispiele der Länder Dänemark und Schweden zeigen, ist der Euro einer der Gewinner in der aktuellen Vertrauenskrise auf dem Kapitalmarkt. Viele Länder suchen jetzt Schutz unter einem einheitlichen Währungsregime.
Kleine Länder mit eigener Währung wie Dänemark geraten besonders unter Druck. So erwarten Experten für das kommende Jahr einen Rückgang des dänischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4 Prozent. Zudem wertete die dänische Krone stark ab. Sie musste mehrmals durch Interventionen der dänischen Zentralbank gestützt werden.
Wie schnell neue Beitritte in die europäische Währungsunion gelingen, ist zur Zeit aber noch fraglich. So steht die Währungsunion selbst vor einer Zerreißprobe, da Länder wie Griechenland und Italien gegen die Bedingungen des Stabilitätspakts verstoßen. Die Risikoprämien für die beiden Länder verdoppelten sich an den Märkten, heißt es in der FTD.