Zahlreiche Kreditkartenunternehmen stellen sich für die kommenden Monate auf steigende Zahlungsausfälle bei ihren europäischen Kunden ein. Das berichtet "Spiegel Online". Sie fürchten Gewinneinbrüche durch geplatzte Kreditkarten.
Derzeit haben die europäischen Kunden rund 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) Schulden bei den Kreditkartenhäusern, die meisten davon in Großbritannien. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnten die Kreditkarteninstitute auf etwa sieben Prozent dieser Summe sitzen bleiben, so "Spiegel Online" unter Berufung auf die "Financial Times".
Besonders die englischen Verbraucher fürchten, dass sie ihre Kreditkartenschulden und Hypotheken nicht mehr zurückzahlen können. Im Mai hätten sich 41.000 besorgte Anrufer bei der englischen Schuldenberatungsstelle gemeldet, dagegen hätte es im Mai 2008 nur halb soviele Anrufe gegeben.
Die europäischen Banken rechnen damit, dass sich die Ausfälle bald bemerkbar machen werden, berichtet das Online-Magazin. In der Regel gehen Verluste im Kreditkartengeschäft mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und der privaten Insolvenzen einher. Prognosen zufolge wird es im Herbst vermehrt zu Entlassungen kommen.
Laut dem Moody-Index stiegen in Großbritannien die Kreditkartenausfälle im Mai auf 9,37 Prozent. Im Mai 2008 lagen sie noch bei 6,4 Prozent. Auch die Barclays Bank, mit 11,7 Millionen Kunden größter britischer Kreditkartenvergeber, hatte bereits im Mai von deutlich steigenden Ausfällen berichtet. Nun kürzt Barclay die Kreditrahmen. Auch die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten wurde im Vergleich zum März um die Hälfte reduziert.
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