Der Kreditkarten-Anbieter Mastercard senkt infolge des Drucks durch die EU seine Abrechnungsgebühren auf einen Bruchteil des bisherigen Betrags. Aus diesem Grund wird die EU-Kommission kein Verfahren gegen die Kreditkartenfirma einleiten, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes mit. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Onlineausgabe.
Die EU-Wettbewerbskommission hatte Mastercard wegen wettbewerbsbeschränkender Geschäftspraktiken mit täglichen Bußgeldern gedroht, falls das Gebührenmodell nicht geändert werde, schreibt die Zeitung.
Bereits im Juni 2008 setzte Mastercard auf Druck der EU seine Bankkosten für grenzüberschreitende Zahlungen (Multilateral Interchanges Fees/MIF) vorübergehend aus. Im Gegenzug erhöhte das Kreditkartenunternehmen im Oktober aber seine Kartennetzgebühren. Diese Erhöhung werde nun im Juli 2009 wieder zurückgenommen, hieß es bei der EU-Kommission.
Außerdem habe Mastercard eine neue Methode zur Berechnung der MIF angekündigt. So würden künftig nach Angaben der Zeitung maximal 30 Cent pro Kauf mit Kreditkarten und 20 Cent bei Debit Karten berechnet, einer Art EC-Karte, bei der das Konto direkt belastet wird. Im Jahr 2007 lagen die Gebühren dafür laut der EU-Behörde durchschnittlich zwischen 80 Cent und 1,90 Euro, die der Einzelhändler bei jeder Kreditkartenzahlung zu übernehmen hatte. Bereits 2007 hatte die EU-Kommission Mastercard für diese hohen Transaktionskosten kritisiert.
Eine Rücknahme der hohen Kosten würde den Einzelhändlern zugute kommen, sagte Neelie Kroes in Brüssel. Gleichzeitig appellierte sie an das Kreditunternehmen, diesen Vorteil auch an die Verbraucher weiter zu gegeben. Mastercard kündigte außerdem an, seine Netzregeln transparenter gestalten und mehr Wettbewerb auf dem Zahlungskartenmarkt zulassen zu wollen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. "Wir werden die Umsetzung in den kommenden Monaten genau verfolgen", sagte Kroes.