CDU und CSU wollen das Elterngeld im Fall ihres Wahlsieges bei der Bundestagswahl auf 16 Monate verlängern, wenn sich die Väter mindestens vier Monate um ihre Kinder kümmern. Gegenwärtig wird das Elterngeld 14 Monate gezahlt, wenn die Väter mindestens zwei Monate ihre Arbeit auf 30 Stunden reduzieren oder für diese Zeit komplett aussteigen. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner Onlineausgabe.
Laut Wahlkampfprogramm von CDU und CSU könne "Gleichberechtigung nur verwirklicht werden, wenn das herkömmliche Rollenverständnis von Männern und Frauen überwunden wird, sich mehr Männer als bisher an der Familienarbeit beteiligen und die Kindererziehung als gemeinsame Aufgabe betrachten".
SPD will generelle längere Elternzeit nicht
Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wolle nach Angaben der Zeitung schon länger eine Ausweitung der sogenannten Vätermonate. Auch die SPD verspreche in ihrem Wahlprogramm mehr Vätermonate. Von einer generell längeren Elternzeit hingegen halten die Sozialdemokraten allerdings nichts, schreibt das "Handelsblatt". Studien belegten, dass der Wiedereinstieg in den Beruf umso länger dauert, je länger jemand zu Hause bleibt, sagte SPD-Fraktionsvize Christel Humme.
Ausbau der Kinderbetreuung verläuft langsam
Allerdings verlaufe nach einem Bericht des "Handelsblatt" der Ausbau der Betreuung für Kinder bis zu drei Jahren eher schleppend. Um das Ziel, ab 2013 ein Drittel dieser Kinder außer Haus betreuen zu können, bräuchte es etwa 50.000 zusätzliche Erzieher und 30.000 Tagesmütter, schreibt die Zeitung.
Noch vor drei Jahren gab es zum Vorschlag eines Elterngeldes besonders von Union und CSU heftigen Widerstand, heißt es im Artikel. Sie warfen von der Leyen vor, sie wolle Väter und Mütter zur gemeinsamen Kindererziehung zwingen.
Streit um Teilelterngeld
Weiterhin Streit gebe es derzeit allerdings zwischen der Familienministerin und der SPD um das Elterngeld für Teilzeitkräfte. Die Ministerin beschuldige den Koalitionspartner einer "Totalblockade" in Bezug auf ihren Vorschlag, Eltern in Teilzeit unter bestimmten Bedingungen bis zu 28 Monate Elterngeld zu zahlen. Von der Leyen bezeichnete die Behauptung der SPD, die Änderung sei in dieser Legislaturperiode nicht mehr umzusetzen, als "schlichtweg falsch".
SPD-Fraktionsvize Humme sagte hingegen, von der Leyen missachte das Parlament, da sie bisher gar keinen Gesetzesentwurf dazu vorgelegt habe. Die SPD kritisiere das Konzept der CDU, weil die Partnerschaft der Eltern nicht im Vordergrund stehe, schreibt das "Handelsblatt". Daher will die SPD, dass Mütter und Väter statt heute sieben künftig 14 Monate parallel Teilzeit arbeiten können. Ein Gesetzentwurf dafür sei bereits ausgearbeitet, werde aber von der Union blockiert, heißt es im Artikel.