Die Deutschen haben das Vertrauen in die Zukunft des Gesundheitssystems verloren: 84 Prozent rechnen mit weiteren Einschränkungen in der medizinischen Versorgung. Das ergab eine von der Allianz in Auftrag gegebene Studie. 31 Prozent der Deutschen hatten bereits einmal das Gefühl, keine ausreichende medizinische Versorgung oder Behandlung erhalten zu haben.
Gefragt hatten die Autoren der Studie auch nach der so genannten Priorisierung von Gesundheitsleistungen. Bei diesem Verfahren würde zwischen dringlichen und weniger dringlichen Behandlungen unterschieden werden, die eingespart werden könnten. Auf die Frage, in welcher Weise diese Einsparungen vorgenommen werden sollen, befürwortete die Mehrheit von 59 Prozent ein Gremium, das anhand von transparenten und objektiven Kriterien festlegt, welche Behandlungen als notwendig erachtet und welche als weniger wichtig eingestuft werden sollen.
Prioritäten: Krankenhaus und Zahnarzt besonders wichtig
Die Umfrage zeige auch, dass die Bevölkerung eine klare Vorstellung habe, welche Leistungen sie als notwendig erachtet und auf welche sie gegebenenfalls verzichten kann, heißt es in einer Pressemitteilung der Allianz. Krankenhausbehandlungen erhalten bei den zur Wahl gestellten Leistungen des derzeitigen Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen mit 72 Prozent die höchste Priorität. An zweiter Stelle stehen mit 59 Prozent zahnärztliche bzw. kieferorthopädische Behandlungen, an dritter Krebsfrüherkennungsmaßnahmen (51 Prozent) und an vierter Gesundheitsschecks (41 Prozent).
Auf künstliche Befruchtung verzichten
Die Deutschen entschieden sich damit für Leistungen, die für den Einzelnen hohe Kosten bedeuten können und oft in Anspruch genommen werden. Am ehesten verzichten können die Deutschen mit 83 Prozent auf die künstliche Befruchtung und an zweiter Stelle (67 Prozent) auf den Schwangerschaftsabbruch.
An dritter Stelle folgen mit 36 Prozent die Gesundheitsförderung und an vierter mit 27 Prozent die Mutterschaftsleistungen. Gerade hier zeigt sich, dass der Stellenwert einer Leistung stark vom Alter und der persönlichen Situation der Befragten abhängt. Befragt wurden im Februar 2009 insgesamt 1039 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren.