Krankenkassen: Zusatzbeitrag ab Juli? 

Einige normalen Beitragssatz erheben. Bei den großen Krankenkassen sei dies jedoch bisher nicht geplant. Das sagte der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, gegenüber "Welt online".

Gegenwärtig seien insgesamt etwa 4,5 Millionen Mitglieder in 16 Krankenkassen von Zusatzbeiträgen betroffen, schreibt "Welt online". Aber etwa ebenso viele Versicherte von 30 kleineren Krankenkassen könnten umgekehrt mit einer Prämie rechnen, sagte Hecken. Bislang hätten aber nur drei Kassen eine Auszahlung an ihre Mitglieder beschlossen und beim Bundesversicherungsamt beantragt. Weitere Kassen hätten jedoch angefragt.

168 Milliarden aus dem Gesundheitsfonds

Seit Januar dieses Jahres erhalten die fast 200 gesetzlichen Krankenkassen ihr Geld aus dem Gesundheitsfonds. Dieses Jahr handelt es sich um eine Summe in Höhe von etwa 168 Milliarden Euro, die an die Krankenkassen verteilt wird. Wenn dieser zugewiesene Geldbetrag aus dem Gesundheitsfonds die Kosten nicht deckt, müssen die Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbetrag erheben. Dieser zusätzliche Betrag darf maximal ein Prozent vom Bruttoeinkommen eines Mitglieds betragen.

Kein Zusatzbetrag bei den großen Kassen

Sowohl die Deutsche Angestellte Krankenkasse (DAK), die Techniker Krankenkasse, die Barmer Ersatzkasse sowie die Ortskrankenkassen der AOK wollen ihre Mitglieder in diesem Jahr noch nicht mit einem Zusatzbeitrag belasten. Das teilten die jeweiligen Vorstandschefs "Welt online" mit.

Unklarheit herrsche in diesem Punkt noch bei der Deutschen Betriebskrankenkasse BKK, die mit einer Million Versicherten eine der beiden größten Betriebskrankenkassen ist. Erst Anfang Juni sei bei der BKK klar, ob das Geld aus dem Gesundheitsfonds reichen werde. Wer den Zusatzbeitrag seiner Krankenkasse nicht zahlen will, kann kündigen und zu einer anderen Kasse wechseln.

Nach Ansicht von Amtspräsident Hecken müsse wegen der Wirtschaftskrise keine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erheben. Zwar werde der Gesundheitsfonds wegen der Krise und der steigenden Arbeitslosigkeit in diesem Jahr weniger Geld einnehmen. Diese Ausfälle – Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte kürzlich drei Milliarden Euro – werden aber durch ein zinsloses Darlehen der Bundesregierung an den Fonds ersetzt, schreibt die Zeitung.

Finanzstarke Kassen sollten Prämien auszahlen

"Derzeit sieht alles danach aus, als ob es keine gravierenden Abweichungen von der für dieses Jahr kalkulierten Ausgabensteigerung von 6,4 Prozent geben wird", sagte Hecken gegenüber der Zeitung. Der Präsident des Bundesversicherungsamtes fordert Krankenkassen mit einer guten Finanzlage auf, an ihre Mitglieder Prämien auszuzahlen: "Krankenkassen sind keine Sparkassen. Sie haben die Verpflichtung, den Versicherten nicht benötigtes Geld zurückzugeben."

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