Ein Jahr nach dem Kaupthing-Crash 

Mit attraktiven Zinsen auf Tagesgeld stieg die isländische Bank Kaupthing Edge in den deutschen Markt ein. Heute vor einem Jahr bereitete die Finanzkrise der Bank von der Insel ein spektakuläres Ende.



Kaupthing: Zunächst eine Erfolgsgeschichte



"Kaupthing knackt 5-Prozent-Marke bei Tagesgeld", meldete banktip.de am 9. April 2008. Der Marktstart der isländischen Bank schien eine der Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahres zu werden. Im ersten Halbjahr hatte Kaupthing Edge international 140.000 neue Kunden gewonnen und 2,7 Milliarden Euro Einlagen eingesammelt.



Natürlich nicht nur in Deutschland, wo die Bank erst im März an den Start gegangen war. Bereits im vierten Quartal 2007 war das Unternehmen in die Märkte von Norwegen, Schweden und Finnland eingetreten. Kurz danach folgten die Märkte in Großbritannien, der Isle of Man, Dänemark, der Schweiz, Belgien und in Luxemburg. Noch im September 2008 expandierte Kaupthing Edge nach Österreich. Einen Monat später kam das Ende.



Kaupthing war zu groß für die kleine Insel



"Auch Kaupthing unter staatlicher Kontrolle", hieß es am 9. Oktober 2008 lapidar auf banktip.de. Die Finanzkrise hatte zu einer Reihe von Verstaatlichungen im Bankensektor geführt. Kaupthing schien zunächst verschont zu bleiben. Doch am 9. Oktober stellte die isländische Regierung die größte Bank der kleinen Insel unter staatliche Aufsicht. Die deutsche Filiale stellte den Geschäftsbetrieb ein, die BaFin verfügte einen Auszahlungsstopp für Kundengelder.



Größtes Problem: Die Kundeneinlagen der isländischen Großbank überragte den Haushalt der Inselrepublik um einiges. Dennoch schien eine Entschädigung deutscher Kaupthing-Kunden schnell möglich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) versprach Island Milliardenkredite. Als Bedingung sollte Island Garantien für die Einlagen ausländischer Bankkunden übernehmen. So hieß schon im November 2008.



Kampf um Kaupthing-Anlagen beginnt



Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) schaltete sich im November ein: Gemeinsam mit anderen europäischen Regierungen wollte Deutschland Island bei der Entschädigung ausländischer - auch deutscher - Kunden finanziell unterstützen. Die Kunden sollten jeweils knapp 21.000 Euro erhalten. Für diese Summe stand die isländische Einlagensicherung gerade.



Die mehr als 30.000 Kaupthing-Geschädigten organisierten sich in Internetforen. Gemeinsam besaßen sie über 300 Millionen Euro in den Tresoren der Kaupthing. Der Kampf um die Gelder zog sich ins neue Jahr. Plötzlich schien es, als seien die deutschen Geldanlagen futsch. Der Zwangsverwalter der Kaupthing beschuldigte die DZ-Bank, beschuldigte die deutsche DZ Bank, einen Teil der Gelder zurückzuhalten. Einen Monat später beschuldigte er die Finanzaufsicht BaFin, die Auszahlung der Entschädigungen zu blockieren.



Happy End im Sommer 2009



Im April und Mai kam schließlich die erlösende Nachricht für deutsche Kaupthing-Kunden: Alle Guthaben sollten ausgezahlt werden, inklusive der Verzinsung, die bis zum 8. Oktober 2008 angefallen ist. Im Sommer 2009 begann schließlich die Auszahlung.

 

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