Der Kaffeeröster Tchibo wirft Aktienfonds aus seinem Produktangebot. Erst 2007 war das Hamburger Unternehmen in das Fondsgeschäft eingestiegen. Als Ursache nennt Tchibo die mangelnde Nachfrage seitens der Kunden. Die Verunsicherung der Verbraucher sei wegen der Finanzkrise zu groß. Das berichtet "Welt online".
Rückzug aus Fondsgeschäft trotz positver Wertentwicklung
Dem widerspricht die Entwicklung an den Börsen, wo seit Jahresanfang verstärkt in Fonds investiert wird. Auch Kleinanleger legten laut "Welt online" ihr Geld wieder in Investmentfonds an. Das Gesamtvolumen in Deutschland sei nach Angaben des Investment-Verbandes BVI seit Jahresbeginn um knapp vier Prozent gestiegen.
Der Arbeitgeberverband der finanzdienstleistenden Wirtschaft (AfW) vermutet jedoch andere Gründe für den Vertriebsstopp. Zusammen mit dem Wettbewerbsverein WIW hat der AfW gegen den Kaffeeröster wegen unzulässiger Investment -und Versicherungsvermitllung geklagt.
Makler oder Tippgeber? Landgericht überprüft Tchibo
Wie banktip.de berichtete, befasst sich das Landgericht Hamburg seit Anfang Juli 2009 mit dem Fall. Das Gericht soll klären, ob Tchibo im Internet als Makler oder nur als Tippgeber, der die Kunden an eine Bank oder eine Versicherung weiterleitet, auftritt. Sollte das Landgericht dem AfW Recht geben, müsste Tchibo seine Aktivitäten im Bank- und Versicherungsbereich komplett einstellen. Derzeit sind noch Versicherungen, Kredite sowie Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten auf der Internetseite von Tchibo zu finden.
Der Anwalt für Wettbewerbsrecht, Alexandros Kakridas, sagte "Welt online", dass die Tippgeberschaft nur dann vorliegt, wenn Tchibo die Vermittlung kostenlos übernimmt und es sich bei den Anbietern nicht um Fremdfirmen handelt.
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