Freie Finanzvermittler haben Zugriff auf die Datenbanken der Postbank gehabt, obwohl die Bank angekündigt hatte, ihre Kundendaten zu sperren. Das berichtet die Stiftung Warentest. Am Dienstag hatte das Stiftung-Warentest-Magazin "Finanztest" der Postbank vorgeworfen, sie stelle freien Vermittlern Kontodaten ihrer Kunden zur Verfügung. Daraufhin hatte die Bank noch am selben Tag mitgeteilt, sie werde die Kontodaten ihrer Kunden sperren.
Aus Süddeutschland Zugriff auf Berliner Konten
Dieses Versprechen hat die Postbank offenbar nicht eingehalten. "Finanztest" konnte über Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung am Donnerstagabend problemlos Girokonten von Postbankkunden einsehen. In den überprüften Fällen seien sämtliche Kontobewegungen der letzten 100 Tage sowie die Gelder auf allen Anlagekonten sichtbar gewesen. Weiter berichtet "Finanztest", ein süddeutscher Handelsvertreter habe sämtliche Überweisungen und Abhebungen und das Gehalt auch von Berliner Postbank-Kunden einsehen können. Das sei nach Ansicht von Datenschutzbeauftragten auch dann rechtswidrig, wenn Kunden eine Einwilligungsklausel zur Weitergabe ihrer Daten unterschrieben haben.
Kunden sollten Datenweitergabe schriftlich verbieten
Die Zeitschrift berichtet, der Zugriff sei nur bei Kunden möglich gewesen, die eine Einwilligungsklausel zur Weitergabe ihrer Daten unterschrieben haben. Bei Kunden, die keine Einwilligungserklärung unterschrieben haben, konnten am Donnerstag nur noch Adresse und Wohnort abgefragt werden.
Die Postbank kündigte an, dass auch bei Kunden, die eine Einwilligung zur Datenweitergabe unterschrieben haben, der Zugriff in Kürze gesperrt werde. Kunden, die eine Weitergabe ihrer Daten nicht wünschen, sollten die Postbank schriftlich auffordern, die Weitergabe ihrer Daten für Verkaufszwecke und Werbung sofort zu stoppen.
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